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16.02.2009 - Esslinger Zeitung vom 16.02. - Eiskalter Spaß auf der Gass'

Ein echter Narrenfan kennt jede Antwort. Denn wer die richtigen Worte am Straßenrand laut genug herausbrüllt, bekommt mindestens ein Bonbon gratis. Mehr als 70 Schlachtrufe galt es in Berkheim zu beherrschen. Zum Glück gab es einen Spickzettel vom Veranstalter. Von Klaudia Stürmer Drei mal „Ratza Butz, lass raus die Wutz", war ein ganz passender Ruf für das Narrentreiben am Samstagabend. Er reichte aber nicht aus, um die aufgeheizte Stimmung beim vierten Berkheimer Nachtumzug tatsächlich zu beschreiben. 75 Gruppen und damit rund 2000 Hästräger zogen durch die Gassen. Tausende (5000 laut Polizei, die Veranstalter schätzten noch einmal so viele ) Besucher verfolgten das bunte Spektakel am Straßenrand. Schnee im Nacken Und dieses Jahr zeigte sich, dass Schneehaufen echte Himmelsgeschenke für Narren sind. Hinterrücks hat es diesmal die Umzugsbesucher eiskalt erwischt. Die Bärentatzen stopften das kalte Weiß in den Mantelkragen, und die Schneesuppe auf dem Rücken sorgte für die gewollte, ekelhafte Gänsehaut. Die Hexen tauchten ihre Besen in den Schnee und verteilten denselben großzügig über die Köpfe des Publikums. Selbst die Moderatoren bekamen ihr „Fett" weg. Aber nicht von den Narren, sie mussten vor den Schneebällen der Besucher in Deckung gehen. Das Narrenvolk am Pistenrand machte beim Schabernacktreiben wie immer fleißig mit. Gruseligen Schrecken verbreiteten die Hexen, Teufel, Wölfe und Bären naturgemäß vor allem bei den kleinen Besuchern. Immer wieder bauten sie sich bedrohlich vor all zu neugierigen Gästen auf. So manch eine rollende und übermütige Hexe musste sich demaskieren, um die schreienden Kinder wenigstens wieder ein bisschen zu beruhigen. Bei einem schwäbisch-alemannischen Umzug ist man gut beraten, Abstand zu bewahren. Wer seine Nase zu dicht ans Geschehen drückte, bekam die geübten Griffe der Hexen zu spüren, flog mal eben über deren Schulter ab in den Wagen - und fand sich einige Straßenzüge weiter wieder auf dem Boden der Tatsachen. Und das kann wörtlich genommen werden: Hexen mögen offenbar den kalten, harten Asphalt. Sie rollten sich darauf und all zu gerne zogen sie die Besucher mit in den niederen Hexentanz. Lebendige Türme Akrobatik lieferten die Hästräger regelmäßig mit Türmen und Pyramidenbau auf der Strecke. Nicht nur die Löwenmenschen aus Gosbach bauten sich vierfach übereinander und bekamen entsprechenden Applaus. Viele Gruppen zeigten, dass auch ein gewisses Geschick zum Narrendasein gehört. Nicht zuletzt die Guggenmusiker zählen dazu. Schließlich verleihen gerade sie dem ganzen Treiben den passenden musikalischen Rhythmus. In knapp zwei Stunden waren die Gruppen die einen Kilometer lange Strecke abgelaufen. Anschließend ging es in die Osterfeldhalle zur Narrenparty. Bis zwei Uhr in der Nacht wurde in Berkheim ausgelassen gefeiert. Dieser Artikel wurde original aus der Esslinger Zeitung übernommen, wir übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt. Mehr dazu unter Esslinger Zeitung


 
 
Angelegt: 27.01.2010 19:06:00/Petra Heubach
Geändert: 27.01.2010 19:21:00/Petra Heubach
 
 
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