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12.02.2007 - Esslinger Zeitung vom 12.02. - Schauriger Spuk in dunklen Gassen
Schauriger Spuk in dunklen Gassen 12.02.2007

ES-BERKHEIM: 1200 Hästräger und Guggenmusiker trotzen dem Regen beim 3. Nachtumzug Von Klaudia Stürmer Fasnet bedeutet nicht nur Spaß und Stimmung, sie kann manchmal auch ganz schön schaurig sein. So wie beim 3. Berkheimer Nachtumzug, bei dem am Samstagabend 75 Gruppen durch die dunklen Gassen geisterten. Trotz Regen und Kälte säumten Tausende Besucher die Straßen, einige wurden auch unfreiwillig Teil des bunten Spektakels. „Ich kann sehen und sie kann lesen, wir sind ein Superteam", tönt es aus dem Lautsprecher. Oliver Hirth läuft die Tinte vom Manuskript, seine Co-Moderatorin unter dem Pavillondach rettet jedoch die Situation. Sie liest die Gruppennamen und Schlachtrufe vor und Hirth macht Stimmung auf der Straße. „Noch einmal eine Welle für die Musik!" Runter in die Hocke, Arme nach oben und nacheinander aufstehen. Das Narrenvolk am Pistenrand macht fleißig mit. Bewegung hält Körpertemperatur und Stimmung hoch. Die Schweizer Guggenmusik Füdlichnübler bedankt sich dafür mit besonders schrillen Tönen aus Trompete, Tuba und Posaune. Hinterlistige Bären Teilweise beängstigend wirken die Hexen, Teufel, Wölfe und Bären. Rot, blau und weiß leuchten die Augen aus den zerfurchten und pelzigen Masken. Immer wieder bauen sie sich bedrohlich vor allzu neugierigen Gästen auf. Eben steht die Besucherin noch am Wegesrand, ein geübter Griff und ihre blonden, langen Haare fegen durch die Luft und sie fliegt über die Schulter einer frechen Hexe. Kopfüber wird die schreiende, junge Zuschauerin mitgeschleift. Bei einem schwäbisch-alemannischen Umzug ist man gut beraten, Abstand zu wahren, will man nicht den Boden unter den Füßen verlieren. Besonders begeistert ist das Publikum, wenn die scheußlichen Warzennasen zu Akrobaten werden. Eine Hexenpyramide sorgt für zusätzliche Stimmung, die Schlachtrufe tönen doppelt so laut. Die Bären schleichen sich hinterrücks an. Wer nicht auf der Hut ist, spürt die riesigen Pranken, schlüpft unfreiwillig ins dichte Fell der Braunpelze und kommt völlig zerzaust wieder zum Vorschein. Die lustigen Schelme sind dagegen eine echte Erholung. Zwar ist der Lärm der Rätschen mitunter ohrenbetäubend, sie lassen den Besucher aber wenigstens unversehrt. Einen wahren Schlachtrufmarathon bestehen die Besucher bei dem eineinhalb Stunden dauernden Umzug. Vier Sprecherstationen an der knapp einen Kilometer langen Strecke unterstützen die Zaungäste. So erfahren die Besucher, dass der Schlachtruf der Schömberger Narren „Eulenloch - Hexenloch" ist und sich die Furchenrutscher aus Rechberghausen mit „Hause mach-nora" begrüßen. „Narri Narro geht immer" Wer das nicht alles behalten kann, hat auch keine Probleme: „Narri Narro, das stimmt immer", sagt Hirth, dem durch den Regen selbst der eine oder andere Begrüßungsschrei verborgen bleibt. Den Schlusspunkt des nächtlichen Zugs setzen die Narrenzunft Moikäf‘r Dellmensingen mit einem dreimaligen „Moikäf’r fliag" und die Berkheimer Stoiriegel-Goischter mit ihrem „Goischter hui" Und wenn die Tradition ihren Zweck erfüllt und die Maskenträger den Winter austreiben, dann müsste es schon bald Frühling werden. Dieser Artikel wurde original aus der Esslinger Zeitung übernommen, wir übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt.
 
 
Angelegt: 27.01.2010 19:18:00/Petra Heubach
Geändert: 27.01.2010 19:54:00/Petra Heubach
 
 
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