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07.02.2006 - Esslinger Zeitung vom 07.02. - Der Kasper steht mit leeren Händen da

ES-BERKHEIM: Der Narrenfigur am Brunnen vor dem Alten Rathaus wurde die Rätsche gestohlen – „Flegga-Kaschber" sind fassungslos Für die Berkheimer Flegga-Kaschber ist es eine Katastrophe: Die Rätsche ihres Narrenbrunnen-Kaspers ist verschwunden. „Am 6. Januar, bei der Fasnetseröffung war sie noch da. Einige Tage später hat uns ein Busfahrer auf das Fehlen der Rätsche aufmerksam gemacht," erinnert sich Oliver Hirth, Medienbeauftragter des Fasnetsvereins. Daraufhin erstattete Zunftrat Harald Hezinger bei der Polizei Anzeige gegen unbekannt. Von Julia K. Hettich Seit 2001 sitzt der 60 Zentimeter hohe massive Bronze-Kasper am Rand des Brunnens vor dem Alten Rathaus in Berkheim. „Im schwäbisch- alemannischen Bereich ist es üblich, dass die Fasnets-Vereine einen Narrenbrunnen haben. Da es die Berkheimer Fasnet schon seit über 20 Jahren gibt, fanden wir, dass die Berkheimer Narren auch einen Narren-Brunnen haben sollten," sagt Oliver Hirth. Die Kosten von über 6000 Euro für die Herstellung des Kaspers kamen über Spenden und aus dem eigenen Kassenbestand der Flegga-Kaschber zusammen. Schon damals war es zu Diskussionen um den Narrenbrunnen gekommen. Der Heimatverein hatte den Brunnen zu Ostern immer sehr aufwändig geschmückt. Die Mitglieder hatten nun die Befürchtung, dass es mit dem Kasper keinen Osterbrunnen mehr geben würde. Auch die anderen Berkheimer Fasnets- Vereine hatten ihre Probleme mit dem Narrenbrunnen, da sie dachten, dieser sei nur für Flegga-Kaschber. Doch diese Sorgen seien unbegründet gewesen, sagt Oliver Hirth: „Wir haben in der Planung berücksichtigt, dass der Osterschmuck nach wie vor angebracht werden kann." Dass die Flegga-Kaschber den Narrenbrunnen für sich allein beanspruchen würden, sei ein Missverständnis gewesen, stellt Hirth klar: „Wir haben den Narrenbrunnen für alle Berkheimer Narren gestiftet." An einen späten Racheakt der damaligen Gegner des Narrenbrunnens glaubt der Flegga-Kaschber nicht: „Mit den Streitereien von damals hat der Diebstahl nichts mehr zu tun. Die Diskussionen wurden beigelegt, man hat sich in Frieden getrennt." Auf einen Verdächtigen oder ein Motiv können sich die Flegga-Kaschber keinen Reim machen:„Wir haben keine Ahnung, wer und vor allem warum einer so etwas tut. Wahrscheinlich hat sich jemand einen Spaß erlaubt," mutmaßt Oliver Hirth. Der oder die Täter müssen sich auf jeden Fall viel Mühe gegeben haben. Verein appelliert an den Dieb Die Rätsche wurde, wie auch der Kasper, aus einem Stück gegossen, in eine Bohrung in der Hand der Figur gelötet und verschraubt. Zur Sicherheit wurde sogar der Schraubenschlitz unbrauchbar gemacht, so dass es eigentlich unmöglich ist, die Schraube zu entfernen. Eigentlich. Denn bis auf ein paar wenige Kratzspuren an der Unterseite seiner Hand sitzt der Kasper unversehrt am Rand des Brunnens – nur eben ohne seine Rätsche. „Wir können uns absolut nicht erklären, wie der Dieb das vollbracht hat. Es muss in der Nacht passiert sein, da weder Anwohner noch Passanten etwas von dem komplizierten Manöver bemerkt haben," rätselt Oliver Hirth. Für die Fahndung nach dem Täter hat Hirth wenig Hoffnung: „Die Rätsche ist nur etwa 15 Zentimeter lang, die kann man überall verstecken. Sie rätscht ja nicht mal." Ein teurer Spaß war es auf alle Fälle. Die Kosten für die Neubeschaffung der Rätsche würden sich auf 1200 Euro belaufen, eine Menge Geld für den Verein. Die Flegga-Kaschber hoffen auf Einsicht beim Dieb: „Wir appellieren an die Vernunft des Täters und bitten ihn, die Rätsche zurückzubringen."


 
 
Angelegt: 27.01.2010 19:22:00/Petra Heubach
Geändert: 27.01.2010 19:26:00/Petra Heubach
 
 
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